Kaffee oder Tee?

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Kaffee und Tee haben beide gleichermaßen ihre Daseinsberechtigung in unserer westlichen Kultur. Während man den Kaffee mit einem schnellen, aktiven, vielleicht sogar hektischen Lebensstil assoziiert, steht Tee für Ruhe und Gelassenheit, wirkt eher bieder und altmodisch. Beide Heißgetränke haben jedoch eine lange Reise hinter sich, auf der sie überwiegend aus den Kontinenten Asien und Südamerika zu uns nach Europa gekommen sind. Im Laufe der Zeit hat sich sowohl die Kaffee- als auch die Teekultur weiter entwickelt. Dabei gibt es nicht nur Ähnlichkeiten, sondern vor allem auch Unterschiede zwischen Tee und Kaffee.

Tee – von bieder bis modern

Der Tee – vor allem Grüner Tee hat in China Tradition und gehört zu den meist konsumierten Getränken. Die Teekultur verbreitete sich im 17. Jahrhundert – der Tee fand seinen Weg mittels der großen Handelsrouten nach Europa. Eine eigene Teekultur entwickelte sich. Die Tea Time in England ist ein bekannter Begriff und unterstreicht den biederen Ruf, den der Tee ohnehin schon hat. Im 19. Jahrhundert entstanden in Deutschland Teehäuser, in denen sich das Bildungsbürgertum traf und zu Lesungen oder literarischen Diskursen eine Tasse Tee zu sich nahm. Die ‚Upperclass‘, die Schönen und Reichen, die sich vielleicht ein bisschen besser fühlten als das gewöhnliche Fußvolk – so charakterisiert man die Teetrinker des damaligen Jahrhunderts.

Doch das Image des Tees hat sich gewandelt. Während noch vor einigen Jahren der Tee stereotypisch nur zu kranken oder alten Leuten passte, erfinden moderne Kreationen den Tee heute neu. Von Bubbletea über hausgemachte Eistees bis hin zum, vor allem von ‚Hipstern‘ gefeierten, Matetee. Hinzu kommt eine Vielfalt an Aromen und Geschmacksrichtungen, die sich in Form von Teebeuteln oder losem Tee in Supermarktregalen finden, der Tee legt sein biederes Erscheinungsbild ab und wird jung und modern.

„Abwarten und Tee trinken“

Dieses Sprichwort ist weit verbreitet und bedeutet, man solle Ruhe bewahren und geduldig sein. Seinen Ursprung hat dieses Sprichwort vermutlich aus dem Medizinischen, als Patienten geraten wurde geduldig zu sein, sich Ruhe zu gönnen und Tee zu trinken. Tees, die aus Heilkräutern zubereitet werden, gelten schon seit jeher als Medizin und wurden in den unterschiedlichsten Kulturkreisen als solche eingesetzt. Auch die amerikanischen Ureinwohner bereiteten für ihre Kranken Gebräue aus Wurzeln und Pflanzen mit heilenden Wirkungen auf. Diese Gebräue haben zwar nur eine etwas entferntere Verwandtschaft zu dem, was wir heute als Tee kennen und bezeichnen, dennoch finden sich im Aufkochen von Wurzeln und Blättern die ersten Ansätze der medizinischen Heilung von Krankheiten und anderen Leiden. Tee wie wir ihn heute kennen wird in vielen Punkten eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Dabei sind diese Wirkungen sowohl prophylaktisch als auch akut zu verstehen.

Folgende Auswirkungen hat Teekonsum auf unsere Gesundheit:

  • senkt Risiko für Herzleiden
  • verbessert Zahnfleisch
  • verhindert Karies
  • reduziert Nierensteine
  • fördert die Wirkung von Antibiotika
  • senkt Blutdruck und Blutzucker
  • krebsvorbeugend
  • hemmt das Wachstum von Krebszellen

Kaffee – damals bis heute

Ebenfalls im 17. Jahrhundert fand auch die Kaffeebohne ihren Weg nach Europa. Schnell entstanden Kaffeehäuser, in denen die Männer dominierten. Dort wurde der Kaffee schnell zum Genussmittel Nummer Eins und löste somit das Bier ab. Auch heute profitieren etwa 73% der Menschen in Deutschland täglich von der leistungssteigernden Eigenschaft des Kaffees. Die dunkle Bohne trifft in unseren Breitengraden auf unterschiedliche Zubereitungsmethoden. Dabei gibt es Klassiker mit Jahrhundert langer Tradition, wie z.B. der Mokka, oder der Espresso. Aber auch moderne Heißgetränke, wie Latte Macchiato und Cappuccino, die zu den beliebtesten Kaffeevarianten zählen. Kaffeeketten mit ausgefallenen Kreationen wie Starbucks erfreuen sich größter Beliebtheit und verfeinern ihren Kaffee – zum Argwohn bekennender Kaffeeliebhaber – mit Aromen von Vanille bis Karamell.

Kaffee zeigt sich mit mehreren Gesichtern. So dient er einerseits als starker Muntermacher vor einer Prüfung oder nach einem feuchtfröhlichen Abend. Als Kick für die, die es immer eilig haben im ToGo Becher auf die Hand. Andererseits ist er Dreh- und Angelpunkt unseres sozialen Miteinanders. So ist ‚auf einen Kaffee vorbeikommen‘ oder sich ‚für einen Kaffee zu treffen‘ ein durchaus gefestigter Begriff in unserer Gesellschaft, auch wenn dabei gar kein Kaffee getrunken wird.

Kaffee als Krankheitserreger oder Gesundheitselixier

Im Gegensatz zu Tee ist Kaffee nicht für heilende oder medizinisch relevante Verbesserungen bekannt. Im Gegenteil – viele Mythen sagen Kaffee üble Dinge, wie erhöhtes Herzinfarktrisiko nach. Viele dieser Vorurteile sind scheinbar aus dem Weg geräumt und widerlegt worden, doch es zeichnet sich neuerdings ein Trend in die andere Richtung ab, in der Kaffee heilende Wirkungen zugesprochen werden. Auswirkungen auf unseren gesundheitlichen Zustand anhand eines einzelnen Lebensmittels zu testen ist schwierig, da neben der Kaffeesorte noch zahlreiche andere Faktoren zu berücksichtigen sind. Alle aufgeführten Punkte zur gesundheitlichen Auswirkung, sowohl von Kaffee, als auch von Tee, sind als Eventualität zu betrachten.

Folgende Auswirkungen hat Kaffeekonsum auf unsere Gesundheit:

  • senkt Blutkrebsrisiko
  • wirkt konzentrationsfördernd
  • senkt Blutdruck
  • vorbeugen von Diabetes 2
  • senkt Schlaganfallrisiko
  • wirkt gegen Kopfschmerzen

Die Auswirkungen von Tee und Kaffee auf unsere Gesundheit beruhen auf regelmäßigen, jedoch moderatem Konsum und nicht auf exzessiven Konsum.

Kaffee oder Tee – Qualität ist das A und O

Ob man nun zum Kaffee- oder Teetrinker gehört, oder gar beide Getränke gerne genießt, in der Qualität der Bohne bzw. des Teeblatts liegt das Geheimnis für guten Kaffee und Tee. Guten Anbau und schonende Röstung schmeckt man im fertigen Produkt.

Vor allem bei Tee ist es sehr wichtig auf hohe Qualität zu setzen, da in minderwertigen Tees die Pestizidbelastung sehr hoch sein kann. Das wiederum hat Auswirkungen auf unsere Gesundheit.
Unseren Planeten zur Liebe sollte auf Nachhaltigkeit und Fair Trade geachtet werden. Zwar zahlt man für diese Produkten ein paar Euro mehr, doch das sollte uns unsere Umwelt und die Plantagenbauern in Asien, Afrika und Südamerika wert sein.

Kaffee und Tee – persönliche Präferenzen

Was uns schmeckt entscheidet letztlich unser Gaumen. Kaffee und Tee sind geschmacklich kaum miteinander zu vergleichen, es bleibt also persönliche Präferenz, was davon uns besser schmeckt. Und selbst unter den Kaffeetrinkern und den Teetrinken findet man noch zahlreiche Abstufungen. Da gibt es zum einen jene Kaffeetrinker, die nur Latte Macchiato mit Zucker und Karamelltopping mögen. Und dann wiederum jene, die nur türkischen Mocca oder italienischen Espresso schwarz und ohne Schnickschnack als ‚echten‘ Kaffee bezeichnen.

Beim Tee finden sich Kräuterteeliebhaber, oder jene die lieber Früchtetee trinken, oder gar Schwarztee.
Solange die Qualität stimmt und der Konsum in einem moderaten Rahmen gehalten wird steht der Freude an den beiden Heißgetränken nichts im Wege.

Hier erfährst du, wie der Koffeingehalt der Getränke im Vergleich zueinander steht.

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